Author: sarahschill

WANDEL

Manchmal bedeutet Wandel, zu akzeptieren was ist und sich schlicht dem Fluss des Lebens anzuvertrauen. Annehmen. Alle Gefühle reinlassen, sie voll fühlen – und beobachten, wie sie sich transformieren. 

Wandel heißt aber auch: Zuhören, Hinsehen, kreativ sein, beweglich. Neue Impulse empfangen und ihnen mutig folgen. 

Selbständige, Kulturschaffende, Alleinerziehende, Menschen in „systemrelevanten Berufen“, alte Menschen, Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen, kleine mittelständische Betriebe … struggeln nicht erst seit Corona. Milliardenbeträge, die aus schwer nachvollziehbaren Gründen an Großindustrie und Banken ausgeschüttet werden, sind keine Neuigkeit. 

Das Virus zeigt – individuell wie gesellschaftlich – was schief läuft (was gut läuft auch, zum Glück!).

Deshalb bedeutet Wandel in diesem Fall eben auch: Aufstehen. Laut werden. Umdenken. Banden bilden, sich zusammentun. Vielleicht gar Gewerkschaften gründen, wie @tillbroenner_official es in seinem wichtigen Statement vorschlägt. 

Wandel zu akzeptieren ist das Gegenteil von Resignation. You may say I’m a dreamer, aber ich glaube fest daran, dass wir als Gesellschaft wie als Einzelne zu mehr in der Lage sind, als an dem was war (und eben nicht: gut war) festzuhalten oder aus Angst und Verzweiflung zu resignieren bzw. uns noch mehr zu individualisieren. 

Leben heißt Veränderung. Im besten Fall nehmen wir daran aktiv teil. Wenn nicht, ändern sich die Dinge trotzdem, dann halt ohne uns.

TRENNUNG ODER VERBINDUNG

Wir alle streben ja (unter anderem) nach: Verbindung, Wirksamkeit, Freiheit und Sicherheit. Diese Dinge bedeuten für jeden von uns etwas anderes. Das kann uns trennen – oder bereichern. 

Was dabei hilft: Offenheit, Respekt, Mitgefühl.

Was nicht hilft: Urteil, Abwertung, Trennung. 

In einer Demokratie ist es wichtig, dass jeder seine Meinung äußern kann und auch gehört wird. Wenn uns die Meinung eines anderen nicht passt, können wir uns natürlich darüber lustig machen oder laut poltern. Oder wir fragen erstmal nach, hören zu (und zwar wirklich) und gehen in den Diskurs. Das wird uns möglicherweise mit eigenen blinden Flecken und Glaubenssätzen konfrontieren oder felsenfesten Meinungen zumindest eine andere Sichtweise an die Seite stellen. Unbequemer. Mühsamer. Aber im Zweifelsfall sehr viel wirksamer. 

Gibt es dabei Polemiker und Extremisten? Keine Frage. Und selbstverständlich gilt es immer, sich gegen Menschenverachtung, Gewalt oder Allmachtsphantasien deutlich abzugrenzen. Leute allerdings pauschal als verblendete Spinner abzutun oder sie in eine rechte Ecke zu stellen, fühlt sich vielleicht gut an (tut „Rechthaben“ ja immer erstmal), ist aber einer demokratischen Debattenkultur wenig zuträglich.

Ein Impfkritiker ist nicht automatisch ein Impfgegner. Genaues Hinterfragen nicht gleich Verschwörungstheorie. Wer vom Regierungskurs in Punkten abweicht nicht sofort ein Systemgefährder oder Nazi. Wer der Wissenschaft vertraut nicht direkt ein braves, eingeschläfertes „Schaf“ ohne eigene Meinung.

Diese ganze Geschichte hat auf vielen Ebenen das Potential, eine echte Veränderung zu bewirken, neben all dem Leid, der Sorge und der Unsicherheit, die natürlich da sind und real. Jetzt aber, in einer Zeit, in der die gesamte Welt in einem Thema vereint ist (mit all den Abweichungen, die Herkunft, Lebensort und sozialer Status mit sich bringen) und in einem Land mit vielen Möglichkeiten (neben all den persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen), unsere kreative Energie, Zeit und unser Wissen dafür zu nutzen, uns gegenseitig zu beschimpfen und Recht haben zu wollen, das ist – zumindest in meinen Augen – eine absolute Vergeudung von Lebenszeit und Möglichkeiten.

Die Krise zeigt in vielen Bereichen deutlicher denn je, wo es „hakt“. Die häusliche Gewalt steigt an. Ist wirklich die einzige Lösung, möglichst schnell dafür zu sorgen, dass die Kinder wieder von ihren Eltern und Frauen von ihren Ehemännern getrennt werden können? Oder liegt das Problem vielleicht tiefer – ebenso wie die Lösung?

In einigen großen Schlachthöfen gibt es besonders viele Corona-Fälle, weil die – meist ausländischen – Arbeiter in unzumutbaren Massenunterkünften leben. Ist ein Impfstoff hier tatsächlich der einzig logische Ansatz?

Die tatsächlich systemrelevanten Berufe werden zwar beklatscht, aber noch immer nicht besser bezahlt. Gibt es ausgerechnet dafür wirklich kein Geld?

Und viel Hinterfragenswertes mehr.

Aber wir sehen auch, was plötzlich möglich ist: Sauberes Wasser, klare Luft, weniger Konsum, gemeinsame Sorge für die älteren Mitmenschen und auch hier: Vieles mehr.

Es gibt immer Dinge, die uns trennen. Und solche, die uns vereinen. Darauf den Fokus zu lenken und für die Veränderung, die wir uns wünschen erstmal bei uns selbst anzufangen, das wäre mal eine echte Revolution.

VIELLEICHT WEISS DAS KEINER

„Mama, das ist jetzt eine einmalige Chance, dass die Erde sich erholt, weil zum Beispiel keiner mehr fliegt und dass die Städte autofrei bleiben, damit wir dort spielen können. Die kommt nie wieder. Es ist jetzt wie bei einem dunklen Luftballon, der so gespannt ist, dass die Hülle einfach platzen kann. Und dann wird es nie mehr so sein wie davor, sondern besser. Das müssen wir ins Internet stellen zusammen, weil das weiß vielleicht keiner.“ 

Wie recht Du hast, mein Sohn. Vielleicht weiß das einfach keiner.

LOVE LOVE LOVE

Why not try love?
As cheesy as it may sound. 
Why not try love?

Why not try to understand the person next to you, 
Instead of judging?
Why not listen, just listen?
Without the need to speak. To be right.

Why not open your heart?
Not only to the ones close to you, but to all of mankind.
And while we’re at it
To all living beings,
As well as
The earth herself.

Why separate from each other?
Only because there are different opinions 
and truths
and ways to perceive the world.

Why not be forgiving and kind?
Why not soft instead of hard?
Soft things don’t break that easily.

Why not say: I’m scared? 
Or even: I don’t know.
Instead of: You are wrong.
Why not hold the fear and rage,
Inside and out
With all love and tenderness?

Why not try it together
Instead of alone?
Why not ask for support?
Or just a hug.

Why not take a breath
And just once, before reacting,
Before accusing,
Ask ourselves:
What would love do?

Why not give it a try?
In the end
We’re all one.
So why not try love for a change?